Was ist Kontaktfrequenz-Management?
Wie verhindert man zu viele Werbekontakte?
In vielen Unternehmen planen mehrere Teams Kampagnen unabhängig voneinander: Produktmarketing, Vertrieb, Service, regionale Einheiten. Jede Kampagne für sich ist sinnvoll – für den einzelnen Kunden summieren sie sich zu zu vielen Nachrichten. Die Folge sind sinkende Aufmerksamkeit, Abmeldungen und Beschwerden. Besonders heikel ist das, wenn ein Kanal wegfällt: Wer sich von E-Mails abmeldet, fehlt auch für die wirklich wichtige Nachricht zum Vertragsende.
Kontaktfrequenz-Management setzt dagegen Regeln, die über allen Kampagnen stehen: eine Obergrenze je Kunde und Zeitraum über alle Kanäle, Mindestabstände zwischen zwei Kontakten, Ruhezeiten, Wiedereintrittssperren je Journey und eine Priorisierung, welche Botschaft Vorrang hat. Erreicht ein Kunde die Grenze, wird der nächste Kontakt verschoben statt versendet. Ein Widerruf stoppt ohnehin alles – unabhängig von allen anderen Regeln.
Die Grenzwerte sind keine Naturkonstanten, sondern eine bewusste Entscheidung des Unternehmens, oft mit Ausnahmen für Service- und Transaktionsnachrichten. Die Leitidee: Relevanz statt Menge – weniger, dafür passendere Kontakte. Entscheidend ist, dass die Regeln kanalübergreifend gelten: Ein Brief zählt genauso als Kontakt wie eine E-Mail oder eine SMS.
Die Regel lautet: höchstens vier Kontakte je Kunde in 30 Tagen, mindestens drei Tage Abstand, keine Kontakte an Sonn- und Feiertagen. Jonas Weber hat im laufenden Monat bereits vier Nachrichten erhalten. Der fünfte Kontakt aus der Herbstaktion wird automatisch auf den 14.10. verschoben. (Beispielwerte)
Abgrenzung
| Begriff | Unterschied |
|---|---|
| Frequency Capping (Werbeanzeigen/E-Mail-Tool) | begrenzt nur einen Kanal oder eine Anzeige |
| Priorisierung | legt fest, welche Kampagne Vorrang hat; ein Teil des Kontaktfrequenz-Managements |
| Unterdrückung einzelner Kontakte | schließt Kontakte dauerhaft aus einer Kampagne aus, statt die Menge zu steuern |
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