Was ist Profiling?
Wann wird Personalisierung zum Profiling?
Die DSGVO definiert Profiling als automatisierte Verarbeitung, die personenbezogene Daten nutzt, um persönliche Aspekte einer natürlichen Person zu bewerten – insbesondere Arbeitsleistung, wirtschaftliche Lage, Gesundheit, persönliche Vorlieben, Interessen, Zuverlässigkeit, Verhalten, Aufenthaltsort oder Ortswechsel zu analysieren oder vorherzusagen. Im Marketing sind das zum Beispiel Affinitäts- und Lead-Scores oder Prognosen, wer wahrscheinlich kündigt.
Für Direktwerbung ist die Interessenabwägung nach Art. 6 Abs. 1 lit. f DSGVO oft die Rechtsgrundlage. Nach Auffassung der deutschen Aufsichtsbehörden sprechen eingriffsintensive Maßnahmen – automatisierte Selektionsverfahren zur Erstellung detaillierter Profile, Verhaltensprognosen oder Analysen, die zu zusätzlichen Erkenntnissen führen – jedoch eher dafür, dass die Interessen der Betroffenen überwiegen; dann wird in der Regel eine Einwilligung erforderlich (DSK-Orientierungshilfe Direktwerbung, Februar 2022).
Betroffene können der Verarbeitung für Direktwerbung jederzeit widersprechen; das gilt auch für damit verbundenes Profiling (Art. 21 Abs. 2 DSGVO). Art. 22 DSGVO schützt vor ausschließlich automatisierten Entscheidungen mit rechtlicher oder ähnlich erheblicher Wirkung. Bei systematischer und umfassender Bewertung persönlicher Aspekte ist eine Datenschutz-Folgenabschätzung zu prüfen (Art. 35 DSGVO).
Die Auswahl „Tarif endet in 60 Tagen“ nutzt ein Vertragsdatum und ist vergleichsweise wenig eingriffsintensiv. Ein Modell, das aus Nutzungs- und Reaktionsdaten die Wechselwahrscheinlichkeit jedes Kunden vorhersagt, ist dagegen Profiling – mit höheren Anforderungen an Rechtsgrundlage und Transparenz.
Abgrenzung
| Begriff | Unterschied |
|---|---|
| Segmentierung | Einteilung nach vorhandenen Merkmalen, ohne neue Bewertung |
| Automatisierte Einzelentscheidung (Art. 22 DSGVO) | Entscheidung mit rechtlicher oder ähnlich erheblicher Wirkung; Profiling kann Grundlage sein |
| Hyperpersonalisierung | Marketingansatz; kann Profiling enthalten, muss es aber nicht |
So bildet es die PBM Kampagnenplattform ab
Regeln der Personalisierung sind lesbare Ausdrücke; das Lead Scoring ist ein erklärbares Punktemodell; bei prädiktiv steuernden KI-Funktionen sind Transparenz, menschliche Kontrolle und Abschaltbarkeit vorgesehen; jede KI-Aktion wird protokolliert.
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